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Über meine Arbeit

Mit einem weißen Blatt, einer weißen Leinwand kann ich nicht arbeiten. Die Perfektion einer solchen Oberfläche ängstigt mich. Also ruiniere ich sie zuerst – malend, zeichnend, klecksend, laufend, platschend, stempelnd, schneidend, klebend bringe ich Schicht um Schicht Farbe auf den Malgrund, bis sich bei mir ein Gefühl der Erleichterung einstellt: das Papier, das Gewebe hat seine Unschuld verloren und ich bin bereit, mich auf die Suche nach dem in ihm verborgenen Bild zu suchen.

Meistens benutze ich unspektakuläre Materialien. Was ich immer da habe, sind Papier, Schere und Kleber, Buntstifte, Filzstifte, Aquarell- und Acrylfarben, Stempel und zuvor verworfene Blätter. Damit kann ich schon einiges machen.

Während ich male, werden meine Gedanken und Gefühle zu einem Hintergrundrauschen, aus dem einzelne Worte oder Satzfragmente herausragen. Ähnlich wie ich meinen Malgrund immer wieder drehe, drehe ich auch die Worte in meinem Kopf hin und her, bis mein Gefühl mit dem visuellen Eindruck des Bildes übereinstimmt. Das kann ganz schnell gehen, manchmal aber auch Jahre dauern. Vorsichtshalber arbeite ich immer an zehn oder mehr Blättern gleichzeitig – man weiß ja nie, was als nächstes passiert.

Jetzt erkläre ich das Bild für fertig. Manchmal mag ichs, manchmal nicht. Wenn ich es nicht mag, wandert es in den Haufen mit den wiederverwendbaren Malgründen. Wenn ich glücklich damit bin, nehme ich es in meinen Portfolio.